Clove von dōTERRA: Das würzige Öl mit überraschend viel Power

Warm, intensiv, würzig und definitiv kein Öl für die Kategorie „einfach mal großzügig dosieren“.
Clove, also Gewürznelkenöl, gehört für mich zu den Ölen, die man sehr gezielt einsetzen sollte.

Gewonnen wird es aus den Knospen des Gewürznelkenbaums (Eugenia caryophyllata). Der wichtigste Inhaltsstoff ist Eugenol. Genau dieser Stoff ist für den charakteristischen Geruch und viele der interessanten Eigenschaften der Gewürznelke verantwortlich.

Was macht Clove im Körper?

Der wichtigste Inhaltsstoff von Clove, dem ätherischen Gewürznelkenöl, ist Eugenol. Dieser Pflanzenstoff wird wissenschaftlich unter anderem wegen seiner antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften untersucht.

dōTERRA verweist auf präklinische Forschung, nach der Clove bei innerer Anwendung die gesunde Funktion des Verdauungs-, Nerven- und Herz-Kreislauf-Systems unterstützen und zu einer ausgewogenen Entzündungsreaktion beitragen könnte.

Dabei ist eine Unterscheidung wichtig: Präklinische Forschung liefert interessante Hinweise, beweist aber nicht automatisch, dass diese Wirkungen beim Menschen durch die Einnahme des ätherischen Öls tatsächlich eintreten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Eugenol sind deshalb spannend, sollten aber realistisch eingeordnet werden.

Besonders interessant: die antioxidative Wirkung

Oxidativer Stress entsteht ganz vereinfacht gesagt dann, wenn im Körper mehr reaktive Sauerstoffverbindungen entstehen, als die körpereigenen Schutzsysteme ausgleichen können.

Eugenol besitzt antioxidative Eigenschaften. Das ist einer der Gründe, warum die Gewürznelke schon lange in der Pflanzenkunde und Lebensmittelverarbeitung interessant ist.

Und warum wird Clove traditionell für den Mund verwendet?

Die Gewürznelke hat eine lange Tradition in der Zahnpflege. Eugenol wird wegen seiner antimikrobiellen Eigenschaften und seiner Wirkung auf Schmerzempfindungen seit Langem in der Zahnmedizin verwendet. Auch dōTERRA empfiehlt Clove zur Reinigung von Zähnen und Zahnfleisch beziehungsweise als Bestandteil der Mundpflege.

Das ist übrigens einer der Bereiche, bei denen Clove besonders spannend ist: Der Effekt von Eugenol ist nicht nur eine Wellness-Idee, sondern wissenschaftlich tatsächlich gut untersucht. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Gewürznelkenöl beziehungsweise Eugenol interessante schmerzlindernde Eigenschaften im zahnmedizinischen Bereich besitzt, wobei weitere hochwertige Studien zur optimalen Anwendung notwendig sind.

Wie kann ich Clove anwenden?

1. Innerlich

Die deutsche dōTERRA-Produktinformation erlaubt Clove als Lebensmittelaroma und gibt für die innere Anwendung maximal einen Tropfen pro Tag, verdünnt in 200 ml Flüssigkeit, an.

Zum Beispiel:

1 Tropfen Clove + 250 ml warmes Wasser

Oder du verwendest Clove zum Aromatisieren von Speisen und Getränken.

Clove im Kaffee?

Ich hab’s probiert und um ehrlich zu sein, phew… eine Zahnstocherspitze in Clove eingetaucht und in den Kaffee gerührt, reicht völlig aus. Bei mir war es ein ganzer Tropfen und das war definitiv sehr intensiv….aber ich war dann auch richtig wach.

Also im Ernst, das Aroma war bei meinen zweiten Versuch wesentlich besser, eben weil ich meine „Dosierung“ rausgefunden habe.

Denn grundsätzlich kann man Clove als Lebensmittelaroma verwenden und mein Tipp ist hier, probiere es einfach aus wieviel dir gut tut.

Warum?

Clove ist extrem konzentriert und enthält einen hohen Anteil an Eugenol. „Natürlich“ bedeutet hier nicht „je mehr, desto besser“. Höhere Mengen können problematisch sein; insbesondere bei größeren oralen Mengen sind toxische Wirkungen beschrieben.

Wenn du den Geschmack magst, ist die kleinstmögliche Menge deshalb die vernünftigere Variante.

2. Für die Mundpflege

Eine besonders schöne Anwendung ist die Kombination mit der täglichen Zahnpflege.

dōTERRA empfiehlt beispielsweise einen Tropfen Clove auf die Zahnbürste und anschließend die Zahnpasta aufzutragen.

Alternativ kann Clove stark verdünnt als Mundspülung verwendet werden. Wichtig: Ätherisches Öl niemals unverdünnt auf Schleimhäute geben.

3. Äußerlich

Clove wirkt wärmend und intensiv und eignet sich deshalb beispielsweise für eine Massage.

Für die äußerliche Anwendung eine Verdünnung von 1 Tropfen Clove auf 10 Tropfen Trägeröl.

Ich würde bei empfindlicher Haut sogar noch stärker verdünnen und zunächst an einer kleinen Hautstelle testen. Clove kann Hautreizungen verursachen.


Mit welchen Ölen lässt sich Clove gut kombinieren?

Clove + Cinnamon

Die klassische Gewürzkombination.

Beide Öle sind warm, würzig und intensiv. Zusammen entsteht dieser typische Weihnachts-, Chai- und Lebkuchenduft.

Für den Diffuser:
Clove + Cinnamon + Wild Orange

Das Ergebnis: warm, würzig, süß und ein bisschen „Weihnachten im Wohnzimmer“.

Clove + Wild Orange

Hier wird Clove deutlich frischer.

Die fruchtige Süße der Wild Orange nimmt dem intensiven Nelkenduft etwas die Schwere.

Meine Mischung:
2 Tropfen Wild Orange
1 Tropfen Clove
1 Tropfen Cinnamon

Clove + Frankincense

Eine interessante Kombination, wenn du es weniger süß und mehr warm-holzig möchtest.

Frankincense bringt eine ruhige, balsamische Note hinein, während Clove für Würze sorgt.

Clove + Lemon

Wenn dir Clove alleine zu schwer ist, probiere Lemon dazu.

Clove + Lemon ergibt eine überraschend frische Kombination und eignet sich besonders gut für die Küche oder den Diffuser.


Mein Fazit

Clove ist kein Öl nach dem Motto „ein Tropfen davon und alles ist gut“.

Und genau das macht es interessant.

Sein Hauptbestandteil Eugenol besitzt nachweisbare biologische Eigenschaften, insbesondere antioxidative und antimikrobielle. Gleichzeitig ist Clove ein sehr konzentriertes ätherisches Öl, das mit Respekt dosiert werden sollte.

Für mich ist es deshalb eher ein kleiner Spezialist als ein tägliches Gießkannen-Öl.

Ein Tropfen kann reichen, um einen ganzen Tee, Kaffee, eine Speise oder eine Duftmischung zu verändern.

Weniger ist bei Clove definitiv mehr.

Alles Liebe

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